China verschärft Feuerwerksregeln

Nach der verheerenden Explosion in einer Feuerwerksfabrik in Liuyang am 4. Mai 2026 hat China die Sicherheitsvorschriften deutlich verschärft. Bei dem Unglück starben nach Behördenangaben vom 8. Mai 37 Menschen. Die Konsequenzen könnten künftig auch beim Feuerwerkskauf in Deutschland spürbar werden.

    Strengere Kontrollen in den Fabriken

    In der Provinz Hunan wurde die Feuerwerksproduktion zunächst gestoppt. Betriebe dürfen erst nach Sicherheitsprüfungen wieder arbeiten. Neue Vorschriften verlangen unter anderem eine lückenlose Rohstofferfassung, Zugangskontrollen und flächendeckende Videoüberwachung. Verantwortliche müssen bei schweren Verstößen mit langen Stilllegungen oder der Schließung ihrer Fabrik rechnen. 

    Die Maßnahmen sollen vor allem die Menschen schützen, die Feuerwerksartikel herstellen. Gleichzeitig können Produktionspausen und technische Nachrüstungen dazu führen, dass einzelne Artikel später oder in geringeren Mengen geliefert werden.

    Verschwinden bestimmte Feuerwerksartikel?

    China will besonders riskante Produkte schrittweise aus der Herstellung nehmen. Die im September veröffentlichten Vorgaben nennen ausdrücklich zweistufige Knallkörper, Raketen und Aufschlagknaller aufgrund ihrer schwer kontrollierbaren Flug- oder Bewegungsbahn. Schwarzpulver und Anzündschnüre sollen grundsätzlich nicht mehr über Provinzgrenzen hinaus transportiert werden

    Für deutsche Käufer wird das langfristig eine kleinere Auswahl bedeuten. Raketen aus europäischer Fertigung werden dadurch wieder an Bedeutung gewinnen. Anzündschnüre könnten zunehmend vom Markt verschwinden.

    Wird Feuerwerk teurer?

    Diese Frage lässt sich leider mit einem klaren Ja beantworten. Der deutsche Markt ist stark von China abhängig: Mehr als 95 Prozent der von Januar bis September 2025 eingeführten Feuerwerkskörper kamen von dort. Veränderungen in der chinesischen Produktion beeinflussen deshalb stark unsere Sortimente und Preise.

    Weniger Produktionskapazität, zusätzliche Sicherheitstechnik und strengere Exportkontrollen werden die Kosten erhöhen. Für Verbraucher sind daher höhere Preise von bis zu 25% und zeitweise fehlende Artikel möglich. Wie stark sich das auswirkt, hängt auch davon ab, welche Bestände bereits bei europäischen Importeuren und Händlern liegen.

    Mehr Sicherheit entlang der Lieferkette

    China verschärft außerdem die Qualitäts- und Verpackungskontrollen für Exportware und will die Herkunft der Produkte besser nachvollziehbar machen.

    Für die Produktion werden unter anderem verbindlich vorgegeben:

    • strengere Zulassung neuer Produktionsunternehmen
    • Verringerung der Zahl ungeeigneter Fabriken
    • verstärkte Mechanisierung und Automatisierung
    • stärkere digitale Überwachung
    • Schließung von Betrieben, die die Sicherheitsanforderungen dauerhaft nicht erfüllen
    • Verbot der Weitergabe von Produktionsaufträgen an andere Betriebe bzw. Unterauftragsfertigung
    • verschärfte Kontrolle von Schwarzpulver, Anzündschnüren und pyrotechnischen Sätzen
    • Schwarzpulver und Anzündschnüre sollen grundsätzlich nicht mehr über Provinzgrenzen transportiert werden
    • Hersteller dürfen keine losen Effektkörper bzw. pyrotechnischen Satzkomponenten wie Effektsterne an andere Unternehmen oder Personen verkaufen
    • Einkauf von bereits mit Satz versehenen Halbzeugen zur Weiterverarbeitung wird verboten
    • vollständige digitale Rückverfolgbarkeit von Produkten und Ausgangsstoffen. 

    Bemerkenswert ist auch die Vorgabe für Zwischenlager: Dort darf künftig höchstens die für zwei Produktionstage benötigte Satzmenge gelagert werden. 

    Für Feuerwerksfreunde könnte sich dadurch manches Sortiment verändern. Langfristig bieten die Maßnahmen aber auch die Chance auf sicherere Produktionsbedingungen und eine zuverlässigere Qualitätskontrolle – vom Herstellungsbetrieb bis zum fertigen Feuerwerksartikel.